Mit einer ganz anderen Klangwelt fesselte Martin Wistinghausen von der ersten Sekunde an. „Fahrt im Dunkeln“ - nach einem Hörspiel von Günter Eich – ist ein Alptraum, den vier Menschen in einem fahrenden Zug erleben. Dem Surrealen der Geschichte entsprach die Musik auf geniale Weise. Von diesem jungen Komponisten will man gern mehr hören.

UA der Szene „Fahrt im Dunkeln“, Rheinsberger Opernwerkstatt

Märkische Allgemeine 2008

 

Martin Wistinghausen in der Partie des Christus prunkte nicht nur mit sonorem Ton, sondern legte ein edles Bassfundament.

Johannespassion (Bach) mit dem Essener Bachchor

Westdeutsche Allgemeine Zeitung sowie Neue Ruhr Zeitung, 30. März 2010

 

Seit ihrer Gründung im Jahre 1932 hatte die evangelische Singgemeinde eine besondere Affinität zur zeitgenössischen Musik. In dieser Tradition war eine Uraufführung angekündigt: „Es ist genug – Gethsemane-Reflexionen“ des jungen Düsseldorfer Komponisten Martin Wistinghausen. Bibelstellen zu Gethsemane, in denen Jesus als zagender, angsterfüllter Mensch erscheint, werden umrahmt von Texten von Rilke und Hölderlin. Der Primat des zum Teil rezitierten Textes bleibt gewahrt, aber die Musik wirkt, wohl auch durch den souveränen Umgang mit sparsamen Mitteln, wie eine magische Beschwörung, ein Blick in ein surreales Jenseits hinter den Texten. Dass sich diese Wirkung geradezu beklemmend mitteilte, war auch der eindringlichen Gestaltung durch den Chor unter der Leitung von Konrad Paul, dem Bariton-Solisten Jens Hamann und dem Folkwang-Kammerorchester zu verdanken. Nach dem in ein utopisches Licht entschwebenden Schluss: Riesenbeifall für den Komponisten.

UA „Es ist genug“ in der Christuskirche Oberhausen

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 20. Mai 2014


Ein Sonderlob gebührt Martin Wistinghausen (Bass), der das "Tuba mirum" mit tiefer, dräuender Urkraft erklingen ließ.

Mozart-Requiem in der Abtei Brauweiler

Kölner Stadtanzeiger und Kölnische Rundschau, 24. November 2014

 

Aus der sakral-weltlichen Mischung schöpft das Werk eine enorme dramatische Spannkraft und packt die Zuhörer in der - trotz guten Spätsommerwetters - gut besuchten Kirche in Oberkassel. Während die Bibelpassagen in Lateinisch gesungen werden, singen die ausgesuchten Kölner Vokalsolisten die Gedichte des 20. Jahrhunderts in Deutsch. 

In düsteren Chor-Passagen, wenn es um Tränenflüsse, Fluten und Dürre geht, mutiert die Hymne auf das Wasser zu einem Requiem. ‚Lamento’ nennt er diese Gesänge, in denen Solisten und Chor singen und sprechen und dabei die Bandbreite der menschlichen Stimme ausloten. Sie heulen auf, flüstern, zischen, gleiten auf und ab, lassen die Stimmbänder an- und abschwellen. Und entladen sich in nahezu peitschenden Akkorden — angeführt von einem exquisit besetzten Kammerorchester unter Leitung von Kantor Markus Hinz. Er arbeitet die Kontraste in Wistinghausens Partitur klar heraus: raumfüllendes Forte und nur gehauchte, zurückgenommene Lyrismen. 

An raffiniert komponierten Stellen wie diesen, ebenso wie an der vielschichtigen Instrumentierung besonders in den ‚Lamenti’, wird das Opern-Talent des Komponisten deutlich. So darf man darauf gespannt sein, wann und über welches Thema Wistinghausen sein erstes abendfüllendes Musikdrama schreiben wird. 

UA "Wasser-Bilder" beim Düsseldorfer ido-Festival 2018 

Westdeutsche Zeitung, 1. Oktober 2018 

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