Mit einer ganz anderen Klangwelt fesselte Martin Wistinghausen von der ersten Sekunde an. „Fahrt im Dunkeln“ - nach einem Hörspiel von Günter Eich – ist ein Alptraum, den vier Menschen in einem fahrenden Zug erleben. Dem Surrealen der Geschichte entsprach die Musik auf geniale Weise. Von diesem jungen Komponisten will man gern mehr hören.

UA der Szene „Fahrt im Dunkeln“, Rheinsberger Opernwerkstatt

Märkische Allgemeine 2008


Aus der „Stille“ des Prologs heraus - die keine war sondern ein gedämpftes Klopfen auf dem Holz der Instrumentenkörper, ein Zupfen der mit der Griffhand stumm gelegten Saiten, ein Scharren und Scheuern – entwickelte sich ein eingestrichenes d, der Anfangston von Bachs Werk. Auf Kontraste statt auf Zitate habe er gesetzt, erläuterte der Komponist vor der Uraufführung. Und stärker hätte der Kontrast nicht ausfallen können: Naturtöne, mikrotonale Umspielungen und Verzerrungen, in denen als Orientierungspunkte die von Bach verwendete Quinte und schemenhafte Umrisse von Motiven aus den Bachschen Lehrstücken aufschimmerten. So umrahmt boten auch die Originale ein völlig neues Hörerlebnis, nicht nur wegen der „Erleichterung“, sich wieder auf bekanntem Hörterrain zu befinden, sondern auch wegen der „Störung“, die daran erinnerte, dass die Alltagsumgebung der Moderne zum Großteil aus solcher besteht und der Luxus konzertanter Konzentration ein nicht zu unterschätzendes Gut ist.

UA „Contra-Punkte“ für Streichquartett im Rahmen der „Aschaffenburger Bachtage“

Main Echo, 4. August 2009


Martin Wistinghausen in der Partie des Christus prunkte nicht nur mit sonorem Ton, sondern legte ein edles Bassfundament.

Johannespassion (Bach) mit dem Essener Bachchor

Westdeutsche Allgemeine Zeitung sowie Neue Ruhr Zeitung, 30. März 2010

 

Martin Wistinghausen schuf sich mit den „Lamentationes Jeremiae“ und „Vier poetischen Skizzen“ ein breites Spektrum für seine markante Bassfülle: Flüsternd, rezitierend, singend sondierte er den Text, der Silbe wie dem Wort verpflichtet, zeigte er die Dimensionen zwischen Bibel und Trakl-Expressionismus. Die Klage rückte über Elektroniksound und Vokalzuspielungen ins Sakrale, während das lyrische Wort-Tonverhältnis im Spannungsfeld von Klarinette, Gitarre und Bass lapidar eindringlich berührte.

Konzert der „Komponistenverschwörung“ in Augsburg

Augsburger Allgemeine, 4. Mai 2010

 

Seit ihrer Gründung im Jahre 1932 hatte die evangelische Singgemeinde eine besondere Affinität zur zeitgenössischen Musik. In dieser Tradition war eine Uraufführung angekündigt: „Es ist genug – Gethsemane-Reflexionen“ des jungen Düsseldorfer Komponisten Martin Wistinghausen. Bibelstellen zu Gethsemane, in denen Jesus als zagender, angsterfüllter Mensch erscheint, werden umrahmt von Texten von Rilke und Hölderlin. Der Primat des zum Teil rezitierten Textes bleibt gewahrt, aber die Musik wirkt, wohl auch durch den souveränen Umgang mit sparsamen Mitteln, wie eine magische Beschwörung, ein Blick in ein surreales Jenseits hinter den Texten. Dass sich diese Wirkung geradezu beklemmend mitteilte, war auch der eindringlichen Gestaltung durch den Chor unter der Leitung von Konrad Paul, dem Bariton-Solisten Jens Hamann und dem Folkwang-Kammerorchester zu verdanken. Nach dem in ein utopisches Licht entschwebenden Schluss: Riesenbeifall für den Komponisten.

UA „Es ist genug“ in der Christuskirche Oberhausen

Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 20. Mai 2014


Ein Sonderlob gebührt Martin Wistinghausen (Bass), der das "Tuba mirum" mit tiefer, dräuender Urkraft erklingen ließ.

Mozart-Requiem in der Abtei Brauweiler

Kölner Stadtanzeiger und Kölnische Rundschau, 24. November 2014

 

 

Top